Die verschiedenen Typen des Awtomat Kalaschnikowa AK 47

Автомат Калашникова

Die verwendeten Bezeichnungen Typ 1-3 waren keine offiziellen sowjetischen Bezeichnungen, diese finden nur in der westlichen Literatur Verwendung.

AK 47, Typ 1

Erste Produktion im Izhevsk Motorenwerk, Fabrik Nummer 524 von 1948 bis 1949, danach Verlagerung der Produktion nach Izhmash, Fabrik Nummer 74.
Der Typ 1 war bereits aus Stahlblech gefertigt. Blechstärke 1.3mm. Deutlich erkennbar an drei Nieten um den Kolben am Gehäuse zu befestigen. Typ 1 ist mit Kolben als AK und mit Unterklappschaft als AKS bereits vor 1951 dokumentiert. Typ 1 Sicherungshebel haben noch keine durchgehende Achse und dementsprechend auf der linken Gehäuseseite noch kein Gegenlager.

AK 47, Typ 2

Erste Überarbeitung durch das Werk Izhmasch #74.
Wechsel von Blech auf Schmiederohling mit anschliessender Fräsbearbeitung. Das Lauflager wurde nicht mehr eingenietet, sondern zusammen mit dem Gehäuse aus einem Block gefertigt. Die Änderung wurde vorgenommen um die hohen Ausschussraten beim Vernieten der Typ 1 Gehäuse zu reduzieren. Die Blechteile haben sich beim Warmnieten häufig verzogen. Lösung dazu waren gefräste Gehäuse. Typ 2 sind am einfachsten am angesetzten Kragen für den Holzkolben zu erkennen. Der Kragen wird von unten in eine T-Nut geschoben und von innen nach aussen verschraubt. Typ 2 sind als AK und AKS um 1951 dokumentiert.

AK 47, Typ 3

GAU-Index 56-A212 mit festen Kolben und 56-A-212M mit Klappschaft

Abbildung zeigt eine ungarische AK 55, diese ist baugleich mit dem Typ 3

Zweite Überarbeitung durch Izmash #74.
Der Kragen für den Kolben wurde nicht mehr angesetzt, sondern direkt im Schmiederohling ausgeführt. Die Blechstärke des Staubschutzdeckels wurde von 1.6mm des Typ 1 auf 1.3mm reduziert. Typ 3 als AKS erkennt man am Gehäuse, dass weil die Verbindungselemente für den Kolben bereits im Schmiederohling angeschmiedet sind, diese für die AKS nun wieder entfernt werden mussten. Wurde dies nicht sauber durchgeführt könnte man es heute für einen Umbau halten, weil jeder Schmiederohling bei „Geburt“ die Nasen für den Kolben hatte.
Typ 3 ist die erste Version, bei welcher die hintere Riemenöse am Gehäuse und nicht am Kolben montiert ist.

AKM

GRAU-Index 6P1

Abbildung zeigt eine sowjetische AKM, Fertigung Tula aus dem späten 70er Jahren

AKMAwtomat Kalaschnikowa Modernisirowanny; Die AKM wurde 1959 eingeführt und entspricht eigentlich dem alten Typ1, wobei die Wärmebehandlung des Blechs verbessert und die Anzahl der Nieten reduziert wurde. Die Blechprägetechnik wurde soweit entwickelt, dass das Gewehr über 1kg leichter und noch robuster wurde. Man kann also eigentlich sagen, dass die gefrästen Gehäuse nur eine Notlösung waren, bis die Technologie bei der Blechbearbeitung ausgereift war.

Wichtige Faktoren waren auch moderne Produktionsverfahren. So wurden Magazine aus orangefarbenem Bakelit für die AKM entwickelt.

Schalldämpfer PBS-1

Zusammen mit der AKM wurde eine Erweiterung des  Waffensystems eingeführt. Eine dieser Erweiterungen bestand aus dem Schalldämpfer PBS-1. Zum PBS-1 wurde ebenfalls eine Kombinationsvisierung entwickelt, die die überschallige und unterschallige Flugbahn des Projektils berücksichtigt. (Shaydurov, 2010)

Literaturverzeichnis

Iannamico, Frank. 2016AK-47: The Grim Reaper. Henderson : Chipotle Publishing, 2nd edition 2016, ISBN 0982391854

Shaydurov, Ilya. 2010. Russische Schusswaffen. Stuttgart : Motorbuch Verlag, 2010. ISBN 978-3-613-031187-6.